Dieser Stadion-Rückkehrer sorgt beim 1. FC Köln für riesige Freude, Erleichterung und Gänsehaut. Vor einem halben Jahr wäre Marc Stentenbach an gleicher Stelle fast gestorben. Neunmal defibrilliert, kam er nach einem Herzstillstand im Stadion ins Krankenhaus.
Er überlebte – und kehrte beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen ins Stadion zurück. Bis heute kann er sein Glück kam fassen – und dankt allen Helfern.
Es ist der 2. November. Heimspiel des 1. FC Köln gegen den HSV, das Stadion brodelt – der FC führt mit 2:0. Doch plötzlich passiert Unvorstellbares: Marc Stentenbach, Business-Kunde und dreifacher Familienvater, erleidet mitten im Spiel einen Herzstillstand. Während draußen der Fußball weiterläuft, kämpfen in der VIP-Loge Sanitäter und Ärzte um sein Leben. Eine dramatische Rettungsaktion beginnt.
📌 Fakten zu medizinischen Notfällen in Stadien
- Herzstillstände sind selten – aber real: Eine Untersuchung in deutschen Fußballarenen zählte 52 Herz-Kreislauf-Stillstände bei Zuschauern, umgerechnet 0,25 Fälle pro 100.000 Besucher.
- Defibrillatoren sind der Schlüssel: FIFA und DFB betonen bei plötzlichem Herzstillstand: sofort Reanimation beginnen, AED einsetzen, keine Sekunden verlieren.
- Bundesliga-Stadien sind vorbereitet: Schon 2012 hieß es, bei deutschen Profispielen sei ein Defibrillator im Stadion vorhanden. Eine deutsche Arena-Studie kam zudem zu sehr hohen Reanimationserfolgen.
Über 60 Menschen greifen an diesem Tag wie Zahnräder ineinander, um das Unmögliche möglich zu machen. Sanitäter des Roten Kreuzes reagieren sofort, der Wachdienst räumt den Businessbereich, Ärzte stürmen herbei. Dr. Stefan Mauß, der diensthabende Arzt im Stadion, erreicht Stentenbach als Erster. Nach neun Defibrillationen – darunter Behandlungen im Stadion und während der Fahrt ins Krankenhaus – überlebt Stentenbach. „Ein Wunder, dass wir heute hier stehen“, sagt Mauß sechs Monate später.
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Stentenbach erinnert sich nicht an den Vorfall. Nicht daran, dass er mit seinem Sohn vor dem Anpfiff auf dem Rasen stand, um eine Ehrung zu feiern. Nicht an das 2:1 des HSV, das durch den VAR überprüft wurde, als der Herzstillstand eintrat. Die ersten Erinnerungen kehren erst im Krankenhaus zurück. Ein weiterer Herzstillstand soll durch einen eingesetzten Defibrillator ab jetzt verhindert werden.
Statistisch endet ein solcher Fall im Kölner Stadion meist tödlich – doch diesmal war alles anders. „Seid rücksichtsvoll und helft einander“, lautet Stentenbachs Botschaft an die FC-Gemeinschaft. Im Stadion, einem Ort voller Leidenschaft, zeigt sich in solchen Momenten Solidarität; selbst die lautstarken Fans verstummen, um den Helfenden Raum zu geben.
Kurz nach der Rettung kamen alle Beteiligten zu einer Nachbesprechung zusammen. Dr. Mauß beschreibt die emotionale Bedeutung solcher Momente: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr sich alle Beteiligten gefreut haben.“ Der Vorfall machte vor allem die jungen Helfer des Roten Kreuzes tief betroffen. Doch für Stentenbach und seine Familie bleibt der Tag ein zweiter Geburtstag.
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Zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen kehrt Stentenbach ins Müngersdorfer Stadion zurück – das erste Mal seit dem Vorfall. Er erlebt die Freude am Fußball erneut und blickt nun mit neuen Augen auf das Leben. Dieses Wunder ist mehr als der Sieg des FC, mehr als die Tore oder der Jubel. „Der FC hat mir das Leben gerettet. Ich lebe und das Leben ist schön.“
2026-05-06T15:16:08Z