FORMEL 1: DRS-NACHFOLGER DROHT ZU FLOPPEN – "HABE GROßE ZWEIFEL"

15 Jahre DRS sind vorbei. Das einst revolutionäre Prinzip sorgte für viele Überholmanöver – jetzt hat es ausgedient. Im Zuge der großen Regelreform wird das System nun abgelöst. Künftig soll der „Override-Modus“ für spannende Duelle sorgen.

Doch Marc Surer ist sich da nicht so sicher. Der Ex-Pilot und Formel-1-Experte sprach mit unserer Redaktion über das Ende der DRS-Ära und offenbart dabei einen möglichen Schwachpunkt des neuen Systems. Der könnte den „Override-Modus“ sogar völlig nutzlos machen.

Formel 1 verabschiedet sich vom DRS

15 Jahre lang konnten die Formel-1-Piloten ihren Heckflügel aufklappen, sich einen zusätzliche Boost verschaffen und damit leichter überholen. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi ist das nun ein letztes Mal passiert. Jetzt ist das „Drag Reduction System“ Geschichte.

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Bei Marc Surer kommt keine Wehmut auf. Ein DRS-Fan war er nie. „Man ist dem Konkurrenten hilflos ausgeliefert, weil der auf Knopfdruck 15 bis 25 km/h schneller ist. Das ist eigentlich kein Racing. Racing ist Ausbremsen, später auf der Bremse stehen als der Vordermann und ihn so zu überholen.“ Als nötiges Übel sah er es dennoch. Als der Windschatten durch Luftverwirbelungen schädlich wurde, musste ein Plan her, damit die Formel 1 nicht zur Fahrzeug-Kolonne wird. Nun hat der Plan ausgedient und wird ersetzt.

Zweifel am neuen Override-Modus

Ab 2026 gibt es den Override-Modus. Kein aufklappbarer Heckflügel mehr, dafür zusätzliche Elektro-Power. Ist man nah genug am Vordermann, kann man zusätzliche 0,5 Megajoule Energie in der Batterie freischalten. Nicht nur auf einer langen Geraden, sondern wo man will.

Klingt spannend, könnte aber floppen – glaubt Marc Surer. Zumindest prophezeit er dem Override-Modus Startschwierigkeiten. Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt er: „Ich habe meine Zweifel, aus einem ganz einfachen Grund: Woher soll die Energie kommen?“ Nach Simulator-Tests äußerten schon Max Verstappen und Fernando Alonso solche Bedenken (hier mehr). Surer teilt die. „Besonders auf Strecken, wo die Bremszonen kurz sind, kriegt man die Energie gar nicht rein. Ich habe große Zweifel, dass die Energie für eine Runde reicht.“

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„Die Teams werden sich da sicher etwas einfallen lassen. Zum Beispiel den Verbrenner-Motor in Kurven als Generator für elektrische Energie nutzen. Aber das muss erst entwickelt werden“, so der einstige Pilot der Formel 1. Bis dahin könnte der Override-Modus ein Flop sein, der gar nicht oder nur sehr selten genutzt werden kann.

2025-11-19T23:00:58Z