Marco Odermatt könnte am Samstag als erster Skirennfahrer zum fünften Mal in Serie den Adelboden-Riesenslalom gewinnen. Eine Bestmarke, die den Schweizer kaltlässt.
Olympiagold, WM-Titel, vier Gesamtweltcup-Siege und zahlreiche weitere Erfolge – Marco Odermatt hat mit 28 Jahren in seiner Karriere schon beinahe alles gewonnen, was es im Skisport zu gewinnen gibt. Auch beim Riesenslalom in Adelboden triumphierte er die letzten vier Jahre in Serie, was sonst nur die schwedische Legende Ingemar Stenmark zwischen 1979 und 1982 geschafft hat.
Am Samstag (ab 10.30 live bei 20 Minuten im Ticker) winkt Odi nun mit einem weiteren Sieg der alleinige Rekord von fünf Riesen-Titeln am Chuenisbärgli en suite. Den Nidwaldner lässt dies aber zumindest nach aussen kalt. «Das ist ein Rekord, eine Zahl, die mir nicht so viel bedeutet», erklärt er im Vorfeld des Heimrennens in einer Medienrunde. «Hier in Adelboden muss man per se keine Motivation holen. Das Rennen zu gewinnen, ist Ziel genug – Rekord hin oder her.»
Marco Odermatt: Druck motiviert ihn zusätzlich
Seine tolle Bilanz in Adelboden erklärt sich Odermatt auch mit dem anspruchsvollen Hang, den es zu bewältigen gilt. «Das ist sicher einer der schwierigsten Riesenslaloms, die wir haben. Und wenns schwierig ist, kann ich am meisten von meinen Qualitäten umsetzen», so der Ski-Superstar selbstbewusst.
Dass die Erwartungen der Schweizer Fans an ihn gerade bei den Heimrennen im Berner Oberland besonders hoch sind, ist auch Odermatt bewusst. Ein Umstand, der den Ausnahmekönner aber nicht lähmt, sondern noch mehr pusht. «In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass, umso mehr Druck ich habe, desto besser funktioniert das Skifahren bei mir.»
Odermatt für einmal ohne rote Startnummer
Anders als in den letzten sechs Jahren wird Odermatt in Adelboden heuer nicht mit der roten Startnummer an den Start gehen, weil er im Riesenslalom-Klassement aktuell fünf Punkte hinter dem Österreicher Stefan Brennsteiner «nur» auf Platz zwei rangiert.
Den Schweizer tangiert dies nicht gross. «Ich bin trotzdem der Gejagte, da spielt die Farbe der Nummer keine Rolle», betont Odermatt, dem in den kommenden Wochen ein Mammutprogramm bevorsteht. Nach Adelboden folgen die Speed-Rennen in Wengen, gefolgt von Kitzbühel, Schladming und Crans-Montana.
«Wenn man weiss, dass nachher Olympia ansteht, ist schon ein wenig die Devise, so wenig Energie wie möglich zu verlieren», meint Odermatt. Gleichzeitig wolle er selbstverständlich trotzdem möglichst viele gute Rennen abliefern.
Ob er womöglich bei einzelnen Januar-Rennen wegen Olympia pausiert, lässt er offen. In der Tendenz sei es aber bei fittem Gesundheitszustand wohl eher unwahrscheinlich. Zunächst will Odermatt den Schweizer Fans am Samstag in Adelboden einmal mehr unvergessliche Momente bescheren.
2026-01-09T14:27:25Z