ERSTER AUFTRITT VON GC-BOSS JACKSON: «WIR HABEN KEIN SCOUTING»

Präsident Matt Jackson, Sportchef Bernt Haas und Trainer Bruno Berner zur Krise beim Rekordmeister.

Wissen Sie, wie der GC-Präsident heisst? Wir helfen auf die Sprünge: Matt Jackson, 51 Jahre alt. Vorher hat er die Leihspieler von GC-Partnerklub Wolverhampton betreut.

«Entschuldigen Sie, wir hatten enorm viel zu tun!» So beginnt der Engländer seinen ersten öffentlichen Auftritt, über zwei Monate nach der Amtsübernahme. Es sei darum gegangen, das Kader zu komplettieren. Und das unter schwierigen Umständen. «Wir haben kein Scoutingsystem», offenbart Jackson, «wir waren auf unsere Kontakte angewiesen, auf Inputs, auf Videostudium».

Okay, aber das verbietet es ja nicht, die im Frühling angekündigte Swissness ins Team zu bringen, mehr Spieler mit Wiedererkennungswert. Stattdessen wurden Profis aus neun Nationen geholt, Australier, Letten, Esten.

Die Antwort liefert Bernt Haas (45), Sportchef, Kenner des Schweizer Marktes. Er hätte gerne die ehemaligen GC-Profis Michael Lang und Fabio Daprelà in den Campus geholt, durfte aber nicht. Haas, der neben Jackson sitzt, sagt: «Die Vorgabe waren ablösefreie Spieler. Das gibt der Schweizer Markt kaum her.»

Eine Million eingespart

Lange, so Haas, habe er nicht gewusst, mit welchem Budget der Klub die laufende Saison bestreite, darum die späten Transfers. Präsident Jackson schiebt hinterher: «Wir haben eine Million Franken Lohnkosten eingespart.»

Immerhin. Andererseits ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein, nimmt man die rund 14 Millionen Franken Verlust, die GC Saison für Saison schreibt, zum Massstab. Zu Lasten der chinesischen Besitzer. «Ich bewundere sie. Und es wäre Wahnsinn, an ihrem Engangement für den Klub zu zweifeln», so Jackson. Doch die Chinesen wollen verkaufen, Jacksan sagt dazu: «Wir sind für alle Optionen offen.»

Wirbel um angeblichen Kurzurlaub

Neben Jackson und Haas ist auch Trainer Bruno Berner (45) da. Um den gabs zuletzt Wirbel, weil er seine Spieler in der Natipause vier Tage in die Ferien geschickt haben soll. Und weil wegen eines Kurztrips mit seiner Frau, so «Nau.ch», das geplante Testspiel gegen den FC Aarau ins Wasser fiel.

Zur Erinnerung: Vor der Natipause verlor GC 1:2 gegen Aufsteiger Lausanne-Ouchy. Es war eine fussballerische Bankrotterklärung. «Kein Herz, keine Leidenschaft. Mir geht es schlecht», lautete Berners Kommentar zum Spiel – trotzdem gabs vier Tage frei. Das falsche Signal?

Der Trainer: «Wir gingen nicht in die Ferien. Der Trainingsplan ist meine Kompetenz. Alle haben in der Natipause individuell gearbeitet.» Dass kein Testspiel stattgefunden habe, begründet Berner mit kranken und verletzten Spielern. Und dass GC schon am Freitag im Cup in Sion habe antreten müssen. «Wir haben versucht, das Cupspiel zu verschieben.» Wie bitte? Dass GC am Freitag in Sion ran musste, war seit Wochen klar ...

Bleibt die Frage, wie es nach drei Ligapleiten in Serie und dem Cup-Out sportlich mit GC weitergeht. Blick will von Berner wissen, was die Qualität des Kaders hergebe. Antwort: «Zurzeit sind wir nicht in der Lage, ein Spiel zu bestimmen. Es gilt: Fokus aufs Kollektiv, auf eine gute Defensive – und zuschlagen, wenn uns der Gegner die Chance gibt.»

Bescheiden. Trotzdem sagt Berner: «Ich habe nicht nur das Gefühl, dass GC immer noch eine grosse Marke ist. GC ist immer noch eine grosse Marke.»

2023-09-21T15:17:26Z dg43tfdfdgfd