Der FC Basel vergibt zu viele Chancen, ist abhängig von Shaqiri und ohne Goalgetter. Nun wartet Stuttgart – und es gibt Hoffnung.
Gibt es am Donnerstag nach den Pleiten gegen Freiburg und Luzern die dritte Niederlage für den FC Basel hintereinander? Möglich ist es. So spielt Rotblau in der Europa League daheim gegen den VfB Stuttgart. Gegen den Bundesligaclub sind die Basler die Aussenseiter und müssen für einen Sieg über sich hinauswachsen. Oder: Sie müssen es schaffen, die Problemzonen zu beheben.
Problem 1: Tore schiessen? Nein, danke!
Der Schweizer Meister schoss in der Liga 13 Tore. Das sind etwa 1,9 pro Spiel. In der Super League ist das nur der viertbeste Wert. In der Double-Saison brillierte der FCB noch mit 91 Toren in 38 Spielen, was rund 2,4 Treffer pro Spiel entsprach. Das heisst: Die Tormaschine von Rotblau stockt derzeit – und das gewaltig.
Die Basler vergeben überhaupt viel zu viele Grosschancen. In sieben Liga-Partien hat Rotblau bereits 17 sogenannte «Big Chances» ungenutzt gelassen – Ligaspitze. Albian Ajeti und Philip Otele zeichneten dabei jeweils für vier solcher vergebenen Möglichkeiten verantwortlich.
Problem 2: Tormaschine? Gibt es nicht
Und da sind wir auch gleich bei Problem 2. Dem FC Basel fehlt derzeit ein Goalgetter. Xherdan Shaqiri führt die interne Torschützenliste zwar mit vier Treffern an, allerdings resultierten zwei davon aus Penaltys. Dahinter folgen Ajeti und Otele mit je zwei Toren. Das reicht nicht. Moritz Broschinski, der im Sommer vom VfL Bochum kam, scheint noch nicht richtig in Basel angekommen zu sein, ebenso Ibrahim Salah und Jeremy Agbonifo.
Problem 3: Abhängigkeit von Xherdan Shaqiri
Ohne Superstar Xherdan Shaqiri geht dem FCB die Torgefahr fast komplett ab. Lässt man den Cup-Kantersieg gegen Biel beiseite, liegt der letzte Treffer ohne den Captain Monate zurück. Ende Mai, beim bereits bedeutungslosen 3:2 gegen Lausanne, waren Kevin Carlos mit zwei Toren und Bénie Traoré erfolgreich – erst in der Schlussphase kam Shaqiri aufs Feld. Der FC Basel hat sozusagen einen Shaqiri-Fluch.
Ist der FC Basel also chancenlos?
Nein – überhaupt nicht. So hat der FC Basel von allen Teams der Super League den höchsten Wert für die erwartbaren Tore (xG) vorzuweisen: 15,8. Und zusammen mit Servette teilen sich die Basler den Bestwert bei den herausgespielten Grosschanchen: 22. Das macht den Basler Verantwortlichen wie etwa FCB-Trainer Ludovic Magnin Hoffnung.
«Wir dominieren die Spiele, aber die Ergebnisse spiegeln nicht wider, wie wir Fussball spielen», meint Magnin auf die Frage von 20 Minuten. Der ehemalige Star der Stuttgarter sagt weiter: «Ich sehe das gelassen. Es gibt immer Momente, in denen man nicht trifft. Ich mache mir da nicht so viele Sorgen.» Im Training hätten sie jedoch ein paar Minuten zusätzlich das Toreschiessen geübt.
Dass die Stuttgarter als Favorit ins Spiel gehen, ist sich Magnin dennoch bewusst. «Wir wissen, dass die Rollen klar aufgeteilt sind. Es gibt einen Favoriten und einen Aussenseiter», so Magnin. «Aber es ist ein Heimspiel, und wir wollen alles dafür tun, dass wir Stuttgart alles abverlangen können. Basel hat schon öfter Geschichte geschrieben – das wollen wir wieder.»
2025-10-02T11:50:56Z